Guido Wolf zu Gast beim Netzwerk K

Er will Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg werden: Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) stand knapp 20 Mitgliedern und Gästen von "Netzwerk K- Der Presseclub für Bodensee und Oberschwaben" in Friedrichshafen Rede und Antwort. Es ging um die Frage, warum die Union mit ihm bessere Chancen habe, Winfried Kretschmann (Grüne) abzulösen als mit seinem parteiinternen Konkurrenten Thomas Strobl.

Die CDU sei nicht ohne Grund nach 58 Jahren abgewählt worden, stellte Wolf fest. Seine Partei wünsche sich einen Neubeginn und mehr Kritikfähigkeit auch des Führungspersonals. "Ich verkörpere den Neubeginn für unsere Partei." Wolf forderte, die CDU müsse aus altem Lagerdenken herauskommen.

Als seine Stärke bezeichnete der frühere Landrat von Tuttlingen seine Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen. "Ich muss mich nicht in die Nähe von Menschen zwingen." Die "Festzelttauglichkeit" sei für einen Politiker die größte Herausforderung. Zudem hob Wolf hervor, dass er Erfahrung im Führen von Verwaltungen habe. "Das Handwerk es Apparatführens gehört auch dazu." Eine Eigenschaft, die er bei Kretschmann bisweilen vermisse. "Die Unaufgeregtheit Kretschmanns, die ich persönlich schätze, macht mich politisch manchmal ungeduldig."

Der CDU-Politiker hielt der Landesregierung eine verfehlte Innovations- und Bildungspolitik vor. "Wir müssen wieder Innovationsmeister sein und den Mehltau im Land beseitigen." In der Bildungspolitik beklagte er eine "völlige Verunsicherung". Er schloss für die Zeit nach der Wahl weder ein Zusammengehen mit der FDP noch mit Grünen oder SPD aus. Scharf grenzte er sich sich von der eurokritischen AfD ab. "Das Programm von denen lässt sich mit der CDU nicht zusammenbringen." Verhaltene Kritik äußerte Wolf auch an der Politik der Großen Koalition in Berlin: "Wenn ich im Handwerk und Mittelstand unterwegs bin, schlägt mir alles andere als Begeisterung entgegen."
Guido Wolf stellte sich in Friedrichshafen den Fragen der Medienexperten von Netzwerk K.