Besuch bei Hymer

Ende Dezember 2015 besuchte Netzwerk K den Reisemobilhersteller Hymer in Bad Waldsee. Dabei bekam die Besuchergruppe interessante Einblicke ins Innenleben eines der wichtigsten oberschwäbischen Unternehmens.

 

Die Fima Hymer peilt für das Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 400 Millionen Euro und einen Absatz von 9000 Fahrzeugen an. Das sagte Hymer-Geschäftsführer Bernhard Kibler am Donnerstag am Firmensitz in Bad Waldsee vor Besuchern des Presseclubs "Netzwerk Kommunikation". "Wir wollen so viel Fleisch auf die Rippen bekommen, dass wir auch mal schlechte Jahre überstehen können."


Die Firma Hymer gehört zur Erwin Hymer Gruppe und umfasst unter anderem den Reisemobilhersteller Hymer, den Campingbusspezialisten Hymercar sowie den Wohnwagenbauer Eriba. Mit der Marke Hymercar, also kleineren Fahrzeugen mitZweitwagencharakter, versucht das Unternehmen, jüngere Zielgruppen mit Alter von 35 bis 40 Jahren zu erreichen. "Aktuell leben wir von Premiumreisemobilen und älteren Käufern", sagte Kibler.


Hymer geht davon, aus, dass sich im Neufahrzeugverkauf künftig weniger verdienen lässt. Um diesen Rückgang auszugleichen, sollen die Händler - vergleichbar mit der Autoindustrie - mehr Service und Dienstleistungen anbieten. "Im automobilen Service ist unsere Branche noch mindestens zwei oder drei Schritte von der Autoindustrie entfernt." Um auf diesem Gebiet besser zu werden, bildet Hymer demnächst eigene Automobilkaufleute aus.

Insgesamt sind für das kommende Jahr in Bad Waldsee 30 Neueinstellungen geplant - wobei Kibler davon ausgeht, noch mehr Personal gebrauchen zu können. "Wir wollen aber gesund hochfahren", sagte der Geschäftsführer. Hymer stecken noch die leidvollen Erfahrungen des Geschäftsjahrs 2008/2009 in den Knochen. Damals wurden Sozialpläne aufgestellt und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut.

Kibler kündigte an, die Zusammenarbeit mit Mercedes auszubauen. Unter anderem werde geprüft, was sich aus der V-Klasse machen lasse. Etwa ein Drittel der Reisemobile werden auf Mercedes-Basis gebaut, der Rest auf Fiat Ducato. "Fiat hat sich intensiv um die Branche gekümmert. Aber der Mercedes Sprinter ist eine echte Konkurrenz." Die Zusammenarbeit mit VW dagegen habe sich nicht gelohnt.

In diesem Geschäftsjahr wird Hymer einen Nettoumsatz von etwa 374 Millionen Euro erwirtschaften und 6000 Reisemobile sowie 2700 Wohnwagen absetzen. Derzeit arbeiten bei der Firma Hymer in Waldsee 1280 Mitarbeiter.