Hopfen, Malz und Markenstrategie

Das war weit mehr als ein Ausflug mit Brauereibesichtigung: Ein knappes Dutzend Mitglieder des Netzwerk Kommunikation folgte am 7. Mai der Einladung von Gottfried Härle, uns seinen Betrieb in Leutkirch zu zeigen. Mit 30 Mitarbeitern (davon 11 in der Brauerei) und 42.000 Hektolitern Getränkeausstoß im Jahr gehört Härle zu den kleineren Brauereien in Oberschwaben, konnte aber gegen den Trend seit dem Jahr 2000 den Umsatz um 20 Prozent steigern. Dank hoher Qualität, gutem Marketing und der kultigen alkoholfreien Brausud-Limonade „Seezüngle“. „Andere reden von Regionalität, wir setzen sie konsequent um“, erklärte Gottfried Härle sein Konzept.

 

Von den Rohstoffen von heimischen Höfen über Hackschnitzel-Heizung und Wärmerückgewinnung bis zum Umwelt-Ausgleich für die CO2-Bilanz im Fuhrpark. Die Führung ging durch Sudhaus und Lagerkeller (mit Zwickelbier-Probe), Füllerei und Lagerräume in den größtenteils 1897 erbauten Brauereigebäuden und endete in der Malztenne, Gottfried Härles Event-Raum, wo bei Bier-Spezialitäten und Schnittchen von der benachbarten Brauereiwirtschaft noch bis spät in den Abend geredet wurde. 

 

Natürlich auch über die Streitfrage, ob er sein Bier „bekömmlich“ nennen darf und wie es hier juristisch weitergeht. Gottfried Härle war ein herzlicher Gastgeber und hochinteressanter Gesprächspartner und wir bekamen sehr interessante Einblicke in ein Familienunternehmen, „wo guet goht“ (auf gut schwäbisch), weil es den angesagten Regio- und Öko-Markt mit qualitativ hochwertigen Produkten beliefert und weil es einen Chef hat, der das auch in vierter Generation konsequent umsetzt.

 

Fotos: Thomas Kapitel